Lund im Schweden-Lexikon

In der südschwedischen Provinz Skåne län, bzw. der historischen Provinz Schonen liegt die Stadt Lund. – Lund ist bekannt als „Studentenstadt“, denn mehr als 1/3 der Einwohner von Lund sind Studenten. Die 11.größte Stadt Schwedens ist aber nicht nur Universitätsstadt. Sie ist auch das kulturelle Zentrum des Südens von Schweden und liegt nur rund 17 km von Malmö entfernt. Bis in die dänische Hauptstadt Kopenhagen sind es von Lund aus nur gut 60 km. Göteborg liegt gut 250 km von Lund entfernt und bis in die Hauptstadt Stockholm sind es von Lund aus gut 600 km. Umeå ist sogar knapp 1200 km entfernt. Lund wurde um 990 n. Chr. herum vom dänischen Wikingerkönig Sven Gabelbart gegründet, was Lund zu einer der ältesten Städte von Schweden macht. Sowohl im Dänischen, im Norwegischen, als auch im Schwedischen steht Lund für Hain. In der nordischen Mythologie werden Haine als heilig verehrt. Auch in der Schifffahrt wurde Lund schon sehr früh als mächtige Stadt erwähnt. Die Gründung von Lund kann vielleicht als Versuch gedeutet werden schon sehr früh eine Einheit zwischen Dänemark und Schweden zu schaffen. Einst war Lund – etwa bis Mitte des 11. Jahrhunderts – eine Suffragandiözese des Erzbistums von Canterbury. Um 1050 wurde in Schweden aber der Einzug des Christentums begangen und Lund wurde 1060 selbst Bischofsitz. Ab 1066 war Lund dem Erzbistum Hamburg-Bremen unterstellt. In Lund wurde im Jahr 1085 die Katedralskolan, die älteste Schule Skandinaviens, gegründet. Auch der älteste Dom Skandinaviens befindet sich mit dem Dom zu Lund in dieser Stadt – errichtet 1103. Lund wurde damit zum geistliche, wie auch -in gewisser Weise – zum weltliche Zentrum der Dänenreichs.

Geschichte

Lund – rund 60 km von Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen (heute) auf schwedischem Staatsgebiet gelegen – war wohl eine erster Versuch der damaligen Regenten Dänemark und Schweden zu einem Land zu machen. Die Stadt liegt nämlich im Süden von Schweden und war heute wie damals sehr bedeutungsvoll. Mit dem Bau des Dom zu Lund im Jahr 1103 wurde der älteste Dom Skandinaviens errichtet. Zu der Zeit, als Lund Bischofssitz war, war die Stadt nicht nur das geistliche Zentrum der Macht im Dänenreich, sondern auch sehr bedeutsam für die weltliche Macht. So war es in Lund, wo die Münzen des Dänenreichs geprägt wurden. Im 13. und 14. Jahrhundert erlebte die Stadt aber ihre größte Blütezeit. So feierte in Lund zum Beispiel König Knut I. von Schweden hier im Jahr 1177 aber auch schon seine Hochzeit. In Lund gekrönt wurde dann 1202 hier König Waldemar II. 1409 schließlich feierte Erich von Pommern hier mit der Tochter von Heinrich IV. von England in Lund Hochzeit. Als der Malmö – ebenfalls heute im Süden von Schweden gelegen – jedoch aufstiegt, verlor Lund im 15. Jahrhundert nach und nach an Bedeutung, insbesondere wegen er Trennung von Staat und Kirche, die nach der Reformation vollzogen wurde. Bis auf den Dom und die Klosterkirche Sankt Peters wurden die Kirchen niedergerissen. 1658 schließlich kam die historische Provinz Schonen – in der Lund liegt – in Besitz der Schwedischen Krone. 1676 fand die Schlacht von Lund statt, die mit dem endgültigen Sieg der Schweden endete. Die Universität wurde schon 10 Jahre zuvor – 1666 – gegründet, wodurch Lund schnell wieder an Bedeutung gewann.

Lund auf dem Weg zur bedeutsamen Universitätsstadt

Mit der Reformation, die sich in Schweden schnell durchsetzte, war der Untergang der heute im Süden von Schweden – damals zum dänischen Reich gehörenden Stadt Lund eigentlich besiegelt. Vorbei waren die Tage, wo hier königliche Hochzeiten und Krönungszeremonien stattfanden. Im 2. Nordischen Krieg erklärte Dänemark den Schweden den Krieg – das war im Juni 1657. Der Frieden von Roskilde beendete diese Auseinandersetzungen, Dänemark musste seine Besitztümer im heutigen Süden von Schweden räumen, die gesamte historische Provinz Schonen – also auch Lund – viel an die Schwedische Krone. Die Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Schweden waren damit aber nicht beendet. Es gab Siege und Niederlagen auf beiden Seiten. Am 4. Dezember 1676 fand die Schlacht bei Lund statt und endete mit dem Sieg der Schweden. Am 6. Oktober 1679 wurde jedoch Frieden geschlossen. Lund jedoch wäre in Bedeutungslosigkeit versunken, hätte es nicht die bereits 1666 gegründete Universität in der Stadt gegeben. Es dauerte jedoch lange, bis die Stadt Lund – gegründet um 990 n. Chr. durch einen Wikingerkönig – auch wieder überregional an Bedeutung gewann. Dabei hatte die Gründung der Universität vor allem den Zweck, das ehemals dänische Gebiet – die historische Provinz Schonen - nachhaltig an die Schwedische Krone zu binden. Um die strategische Wichtigkeit der Stadt wusste man nämlich. Ende des 17. Jahrhunderts gewann Lund dann auch tatsächlich durch die Universität einen Teil seines alten Glanzes zurück, wobei trotz weiterer Kriege Lund für kurze Zeit auch Mittelpunkt des schwedischen Reichs war, denn zwischen dem 6. September 1716 und dem 11. Juni 1718 residierte König Karl XII. von Schweden in Lund.


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