Weltkrieg im Schweden-Lexikon

Wie auch zuvor im 1. Weltkrieg, so erklärte Schweden auch zu Beginn des 2. Weltkrieges 1939 das Land als neutral, um nicht in den Krieg mit hineingezogen zu werden. Letztlich stellte jedoch der Angriff der Sowjetunion auf Finnland im November 1939 die Regierung von Schweden auf eine harte Bewährungsprobe. Die Regierung schloss daraufhin die Kommunisten aus der Regierung aus, unterstützte Finnland zwar nicht – wie von dort aus gebeten – mit direkter militärischer Hilfe, aber finanziell und mit militärischer Ausrüstung. Als dann Deutschland Dänemark und Norwegen angriff, wurde die Situation noch brenzliger. Dem damaligen norwegischen König Håkon VII., dem Kronprinzen und dessen Familie und einem Teil der Regierung und dem Parlament, denen die Flucht gelang, wurden kein Exil gewährt. König und Kronprinz gelang gemeinsam mit Mitgliedern der Regierung auf dem britischen Kreuzer HMS Devonshire dennoch die Flucht. London war ihr Exil. Die Neutralitätspolitik Schwedens gegenüber Deutschland sah anders aus. Soldaten und Kriegsausrüstung durften Schweden in Richtung Sowjetunion durchqueren. Juden aus Deutschland wurden nicht aufgenommen. Auch deutsche Deserteure schickte Schweden zurück in die Arme der deutschen Feldpolizei. Ab 1943 jedoch änderte man in Schweden die Richtung. So wurden ab 1943 auch dänische jüdische Flüchtlinge aufgenommen, die in Konzentrationslager abtransportiert werden sollten. Anstelle von deutschen Truppen ließ man alliierte Bomber schwedisches Hoheitsgebiet zu überfliegen. In Malmö wurde auch eine alliierte Flugleitzentrale eingerichtet. Darüber hinaus nahm man seitens Schwedens auch Kontakt zur norwegischen Exilregierung auf. In den 1990er Jahren hatte man damit in Schweden angefangen das damalige Verhalten im 2. Weltkrieg aufzuarbeiten und kritisch zu betrachten.


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