Außenpolitik im Schweden-Lexikon

Die Außenpolitik von Schweden ist schon seit vielen Jahrhunderten geprägt von Allianzfreiheit und Frieden. So hielt man sich in den beiden Weltkriegen seitens Schweden halbwegs neutral, wobei Handelsbeziehungen zu Deutschland in beiden Kriegen aufrecht erhalten wurden. – Man behielt offiziell Neutralität, verwehrte der norwegischen Königsfamilie 1940 beim Überfall auf Norwegen auch kein Exil, wodurch diese England, bzw. die USA als Exilland wählten. 1943 gewährte Schweden aber auch Juden Zuflucht und gewährte den Alliierten Zutritt und die Stationierung von Truppen. Heute ist Schweden Mitglied der Vereinten Nationen, sowie deren Unterorganisationen, wie auch im Nordischen Rat und im Ostseerat. Den drei baltischen Staaten fühlt man sich dabei besonders stark verbunden. Seit 1995 ist Schweden auch Mitglied der EU. Einer dortigen Mitgliedschaft stand man im Land dabei eher skeptisch gegenüber, was sich jedoch in den letzten Jahren stark gewandelt hat. Mitglied der Europäischen Währungsunion ist Schweden nicht. Ein Referendum am 14. September 2003 entschied sich gegen einen Beitritt zur Europäischen Währungsunion, dennoch sorgt Schwedens Regierung dafür, dass das Land im Rahmen der EU eine zentrale Rolle spielt.

Wie kein anderer schwedischer Politiker, prägte der zweimalige Premierminister Olof Palme das Bild von Schweden im Ausland. Olof Palme praktizierte dabei eine engagierte Außenpolitik. Er übte dabei Kritik am Vietnamkrieg. Enge persönliche Beziehungen pflegte Palme zu europäischen Politikern wie Willy Brandt, aber auch Bruno Kreisky. Der Mord an Olof Palme konnte inzwischen aufgeklärt werden. 2003 wurde die schwedische Außenpolitik durch den Mord an Anna Lindh, der zu dieser Zeit amtierenden Außenministerin und Ehefrau den früheren schwedischen Innenministers Bo Holmberg.


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